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FLORA
I FAUNA I
ORCHIDEEN
.... Der
feindliche und schier undurchdringliche Wald mit Moskitoschwaermen,
Schlangen, Ameisenheeren, Jaguaren und sonstigen Gefahren machte
seinem Namen als gruene Hoelle alle Ehre. Dies mag einer Gruende
gewesen sein, das der Regenwald bis Anfang des zwanzigsten
Jahrhunderts weitgehend unberuehrt blieb. Andererseits
fasziniert die Vielfalt der Pflanzen, die Schoenheit der Orchideen
und Bromelien, die exotische Vogelwelt mit Papageien und Araras, den
flinken Kolibris und den bunten Schmetterlingen. Fuer viele Reisende
war hier das Paradies, der Garten Eden.
Waehrend
die Besiedlung des Landes an der Kueste den Wald nur langsam
verdraengte, setzte seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine
sistematische Verwandlung des Naturwaldes in Siedlungsgebiete und
landwirtschaftlich genutzte Flaechen ein. Es begann im Nordosten mit
dem Anbau von Zuckerrohr, danach der Kaffee im Staat Sao Paulo,
Baumwolle und Soja in Parana usw.
Die
Artenvielfalt der Mata Atlantica kann zum grossen Teil darauf
zurueckgefuehrt werden, dass eine Anpassung an die unterschiedlichen
geografischen und klimatischen Gegebenheiten, sowie an die Qualitaet
des Bodens erforderlich war. Die Artenvielfalt hat jedoch zur Folge,
dass Abhaengkeiten innerhalb eines Biosystems gegeben sind, die sehr
empfindlich auf Aenderungen reagieren, was zum unwiederbringlichen
Verlust von Spezies fuehren kann, noch bevor wissenschaftliche
Studien erfolgt sind.
Trotz
der bis heute andauernden Eingriffe in dieses einzigartige
oekologische System gehoeren die verbliebenen Gebiete zu den
artenreichsten der Welt. So kommen auf einen Hektar Wald ueber 400
verschiedene Baumarten. Der brasilianische Regenwald (Mata Atlantica
und Amazonas) beherbergt rund 2000.Vogelarten, 2500 verschiedene
Orchideen, Bromelien, ein Grossteil der 2.122 fuer Brasilien
katalogisierten Fischarten ist hier beheimatet, Affen, verschiedene
Nagetiere wie Pacas, Cutias, Capivaras, Wildschweine, Guerteltiere,
Tapire, Hirsche und Rehe, diverse Raubkatzen, wie Jaguare, und
natuerlich unzaehlige Reptillien und Insekten, alles in diesem
Riesenzoo, der wahrhaftig an ein Paradies erinnert.
Ein
Paradies, das durch den wirtschaftlichen „Fortschritt“ bedroht
wird und in Gefahr ist, zu einem verlorenen Paradies zu werden. |